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NAMUR–Hauptsitzung 2013: Vorteile durch Integriertes Engineering

vom 2013-11-27

Auf der diesjährigen Hauptsitzung der NAMUR am 7. und 8. November 2013 in Bad Neuenahr trafen sich wieder die Anwender von Automatisierungstechnik in der Prozessindustrie zum gemeinsamen Dialog und zur Diskussion mit eingeladenen Experten und Managern von Herstellern und Verbänden.

Vorträge des Sponsors Siemens und der NAMUR zum Motto "Integriertes Engineering" beleuchteten dieses zukunftsgerichtete Thema. Aktuelle Beiträge zu "Industrie 4.0" und "Automation Security" verdeutlichten die entscheidende Rolle der Automatisierungstechnik für den Fortschritt in der Prozessindustrie. 576 Teilnehmer konnten sich zusätzlich bei 29 Workshops zur Automatisierung ihr Einzelthema aussuchen, dass sie im kleineren Kreis betrachten wollten. Die Präsentation des niederländisch-belgischen Partnerverbandes WIB im Plenarsaal unterstrich die Bedeutung der internationalen Kooperation und rundete das interessante Programm hervorragend ab.

Dr. Wilhelm Otten (Evonik) eröffnete am Donnerstag die Veranstaltung mit aktuellen Informationen zur NAMUR. So wurde unter anderem neben der strategischen Ausrichtung und der angestrebten Eintragung des Vereins die Wahl von Dr. Thomas Steckenreiter (Bayer Technology Services) in den NAMUR-Vorstand bekanntgegeben. Sein Vorgänger Dr. Norbert Kuschnerus erhielt die Ehrenmitgliedschaft für seine langjährige richtungsweisende Arbeit in der NAMUR. Dr. Wolfgang Morr (Bayer Technology Services) wurde für seinen besonderen persönlichen Einsatz von Otten mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Im Sponsorvortrag von Siemens erläuterten Eckard Eberle, CEO Industrial Automation Systems, und Hans-Georg Kumpfmüller, CEO Sensors and Communication, die Vorteile des Intergierten Engineerings in den Phasen Anlagendesign, Inbetriebnahme, Betrieb, Optimierung und Instandhaltung und stellten den Zusammenhang zu Industrie 4.0 dar.

Danach berichtete Peter Schöler (Wacker) anhand von Beispielen über die Anwendung von COMOS PT in seinem Hause und wies auf wichtige Erfolgsfaktoren bei der Einführung von Integriertem Engineering hin.

In dem Vortrag von Thomas Scherwietes (Evonik) wurde die Notwendigkeit eines hersteller- und systemunabhängigen Datenaustausches zwischen CAE und PLS erläutert. Als Lösungsansatz wurde der NAMUR-Datencontainer vorgestellt.

Dr. Thomas Tauchnitz (Sanofi) erweiterte das Einsatzgebiet auf den gesamten Bereich des Intergierten Engineerings und regte zur objektbezogenen Standardisierung einer Schnittstelle an, bei der auf XML-basierend standardisierte und nicht standardisierte Daten übertragen werden können. Sogleich folgte auch der Aufruf an Anwender, Hersteller und Verbände am Abend zu einem ersten Gespräch zusammenzukommen. Diesem Aufruf kamen 20 Vertreter von Firmen und Verbänden nach und es wurden konkrete Schritte zur Umsetzung des Konzepts vereinbart.

Bei den Workshops am Donnerstagnachmittag hatten internationale Teilnehmer die Möglichkeit, zwischen übersetzten Beiträgen im Plenarsaal und englischen Beiträgen der europäischen Partner-Verbände EEMUA, EXERA und WIB sowie der ISA zu wählen. Generell zeigte die Themenvielfalt, wie breit die NAMUR aufgestellt ist.

Nach der Verleihung der NAMUR-AWARDs am Freitag folgte ein Gastvortrag des Vorsitzenden des niederländisch-belgischen Partnerverbandes WIB, von Alex van Delft (DSM), zu den Herausforderungen an die Automatisierungstechnik in der EU. Dabei wurde deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit der Verbände für die Zukunft ist und dass die europäischen Verbände dabei sind sich eng zu vernetzen. Die Arbeitskreise werden heute schon verbandsübergreifend gesteuert und für das Jahr 2014 ist ein gemeinsamer Kooperationsvertrag vorgesehen.

Der anschließende Vortrag von Dr. Thorsten Pötter (Bayer Technology Services) mit dem Titel "Enabling Industrie 4.0" zeigte die Vision dieser Initiative für die Prozessindustrie auf. Dabei wurde die Auflösung der strukturierten Automatisierungspyramide angekündigt und an praktischen Beispielen erläutert, welche Vorteile in cyber-physikalischen Produktionssystemen mit Zugriff auf große Datenmengen im Netz liegen.

Die Euphorie wurde anschließend etwas gedämpft, als Martin Schwibach (BASF) das Thema "Automation Security" aufgriff und die Vielzahl der Security-Zwischenfälle in der Automation darstellte. Ein Beitrag zur Lösung ist "Automation Security by Design" und so wurde zur Erarbeitung einer gemeinsamen Automation-Security-Agenda 2020 mit den Herstellern aufgerufen.

Den letzten Fachvortrag der Hauptsitzung hielt Michael Pelz (Clariant). Dabei wurden anhand von Beispielen Motivation und Herausforderungen an Systeme mit dezentraler Intelligenz aufgezeigt.

Dieser letzte Fachvortrag der Hauptsitzung leitet traditionsgemäß über zum Motto der nächsten Hauptsitzung, die am 6. und 7. November 2014 wieder im Dorint Parkhotel, Bad Neuenahr stattfinden wird.

Das Motto der Hauptsitzung 2014 wird sein:

Dezentrale Intelligenz

Als Sponsor konnte die Firma WAGO gewonnen werden. Wir können gespannt sein, was die NAMUR und WAGO den Teilnehmern zu diesem zukunftsweisenden Thema in 2014 berichten wird.

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