Google+XINGLinkedIn

NAMUR-Hauptsitzung 2011:
Treffen der Automatisierungs-Community mit fachlichem Tiefgang

vom 2011-11-17

Am 10. und 11. November 2011 fand in Bad Neuenahr die Hauptsitzung der NAMUR mit einer neuen Rekordzahl von 570 Teilnehmern statt. Wie in jedem Jahr trafen sich die Anwender von Automatisierungstechnik in der Prozessindustrie zum Gedankenaustausch und um mit eingeladenen Experten und Managern von Herstellern und Verbänden wichtige Themen zu diskutieren. In diesem Jahr wurden unter dem Motto "Prozessleittechnik – Wege in die Zukunft" vor allem kommende Herausforderungen und Chancen thematisiert. Als Sponsor konnte die Firma ABB gewonnen werden, die sich mit ihrem breit aufgestellten Produkt- und Leistungsspektrum als idealer Partner für eine gelungene Hauptsitzung erwies. Dr. Peter Terwiesch, der Vorsitzende des Vorstands von ABB Deutschland präsentierte die Vorstellungen seines Unternehmens zur zukünftigen Entwicklung in der Automatisierungstechnik in seinem umfassenden einstündigen Plenarvortrag. Im ABB-Teil des Workshopprogramms wurden wichtige Einzelthemen weiter vertieft. Die Workshopvorträge zu FDI und Wireless Automation wurden gemeinsam von ABB und NAMUR-Arbeitskreisen gestaltet. Aus NAMUR-Sicht ist im Sinne der Betreiber besonders zu begrüÜen, dass ABB eine Führungsrolle in der Umsetzung der Zusammenführung von FDT und EDDL in integrierten FDI-Anwendungen übernimmt sowie Prozesstechnik und Energieoptimierung in der Automatisierungstechnik zusammenführt.

Die Hauptsitzung wurde von Dr. Norbert Kuschnerus (Bayer Technology Services) eröffnet, der in seiner Rede darauf hinwies, dass für die NAMUR Kooperationen mit anderen Verbänden und vor allem die internationale Ausrichtung von strategischer Bedeutung sind. Die gute Entwicklung der NAMUR-Aktivitäten in China ist ein sehr erfreuliches Beispiel für solche internationalen Aktivitäten. Am 23. und 24. November wird in Shanghai zum dritten Mal eine von den chinesischen Kollegen organisierte Konferenz stattfinden, dieses Mal mit der Firma HIMA als Sponsor und mit einer sich abzeichnenden Rekordbeteiligung. Besonders begrüßte Dr. Kuschnerus die anwesenden Vertreter der europäischen Anwenderverbände EEMUA, EXERA und WIB. Erstmals wurde diesen Verbänden die Möglichkeit gegeben, im Rahmen des Workshopprogramms eigene Aktivitäten zu präsentieren. Diese gut besuchte Workshopsession wurde in Englisch abgehalten, ein Novum in der NAMUR.

Dr. Kuschnerus ging in seiner Rede auch auf die aus Sicht der NAMUR äußerst unbefriedigende Situation in der internationalen Normung ein, die heute strategisch als Mittel zur Marktbeherrschung eingesetzt wird. Er kündigte an, dass die NAMUR in Zukunft aktiv darauf hinarbeiten wird, die Normung wieder zu dem zu machen, wofür sie ursprünglich gedacht war: ein Instrument zur Sicherstellung der Technikkonvergenz.

Dr. Kuschnerus verlieh im Rahmen seiner Eröffnungsrede eine goldene NAMUR-Ehrennadel an Norbert Matalla (BASF), seit 2006 Koordinator des Arbeitsfelds 3, der sich vor allem beim Thema "Funktionale Sicherheit" und bei der Vereinheitlichung der Prüfungen in den Laboren von NAMUR-Mitgliedsfirmen außerordentlich engagiert hat.

Die NAMUR Hauptsitzung 2011 war auch geprägt von einigen organisatorischen Änderungen:

Dr. Kuschnerus gab nach neun Jahren den Vorsitz des NAMUR-Vorstandes ab. Sein Nachfolger ist Dr. Wilhelm Otten (Evonik Industries), Dr. Kuschnerus bleibt als stellvertretender Vorsitzender im Vorstand.

Prof. Hans Schuler (ehemals BASF) und Dr. Peter Schuster (Sanofi-Aventis) sind nach jeweils neun Jahren Zugehörigkeit aus dem Vorstand der NAMUR ausgeschieden. Neu in den Vorstand gewählt wurden Dr. Matthias Fankhänel (BASF) und Dr. Thomas Tauchnitz (Sanofi-Aventis).

Michael Pelz (Clariant) wird die Leitung des Arbeitsfelds "Prozess- und Betriebsführungssysteme" übernehmen, Thomas Scherwietes (Infracor) wird das Arbeitsfeld "Feldgeräte" leiten.

Fachlich war die Hauptsitzung geprägt durch das Motto "Prozessleittechnik – Wege in die Zukunft". Auf den Vortrag von Dr. Terwiesch folgten drei Beiträge aus der NAMUR, die verschieden Aspekte des Mottos aus Sicht der Anwender aufgriffen. Unter anderem wurden dabei die interessanten Ergebnisse einer in diesem Jahr durchgeführten Umfrage unter Herstellern und Anwendern von Leitsystemen vorgestellt.

Das Workshopprogramm war mit seinen insgesamt 31 Beiträgen aus dem gesamten Spektrum der Automatisierungstechnik in der Prozessindustrie auch in diesem Jahr wieder gut besucht und bot eine interessante Mischung aus aktuellen Themen und Dauerbrennern.

Energieeffizienz wird uns als Herausforderung an die Automatisierungstechnik in den nächsten Jahren begleiten. In zwei Vorträgen des Freitagvormittags wurde ein weiter und faszinierender Bogen von der Politik bis zur Frage gespannt, welcher Kabelquerschnitt unter dem Gesichtspunkt der Energieeffizienz optimal ist. Es wurde in den Vorträgen deutlich, dass die Automatisierungstechnik einen wesentlichen Beitrag zu der Erreichung der Energieeinsparungsziele unter anderem in Deutschland leisten kann, die Voraussetzung für den Wandel zu einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Energieversorgung ist.

Der neue Vorsitzende des Vorstands, Dr. Otten, zeichnete am Freitagvormittag sein Bild von der NAMUR und ihrem Beitrag zum sicheren, Ressourcen schonenden und effizienten Betrieb der Anlagen. Dies kann erreicht werden durch Erfahrungsaustausch in den Arbeitskreisen, die Erarbeitung und Verbreitung von Know-how sowie das Einbringen von Betreiberinteressen in die technische Entwicklung. Wichtige Erfolgsfaktoren sind dabei die Überwindung der immer noch vorhandenen Grenzen zwischen Verfahrenstechnik und Automatisierungstechnik sowie die Sicherstellung der Fachkompetenz der Mitarbeiter.

Zur Erreichung der Ziele wird die NAMUR den eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen. Erhaltung der Kompetenz und ihre Weiterentwicklung, das Aufgreifen neuer Technologien und die Steuerung ihrer Entwicklung, der weitere Ausbau der internationalen Zusammenarbeit und die Ausweitung der Arbeit der Namur in andere Branchen sind wesentliche Elemente der Strategie.

Der letzte Fachvortrag der Hauptsitzung hatte den Titel "Stellgeräte – die Arbeitspferde unter den PLT-Geräten" und zeigte die Vielfalt von Lösungen für die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen in der Prozessindustrie. Dieser letzte Fachvortrag einer Hauptsitzung leitet traditionsgemäß über zum Motto der nächsten Hauptsitzung, die am 8. und 9. November 2012 wieder im Dorint Parkhotel, Bad Neuenahr stattfinden wird.

Das Motto der Hauptsitzung 2012 wird sein:

Aktorik - von der Handdrossel zum smarten Stellgerät

Als Sponsor konnte mit SAMSON ein bekannter Hersteller von Ventilen gewonnen werden, dessen Fachkompetenz und Marktpräsenz eine gelungene Veranstaltung 2012 erwarten lässt.

Foto 1
Foto 2
Foto 3
Foto 4
Foto 5
Foto 6
Foto 7
Foto 8
Foto 9
Foto 10
Foto 11
Foto 12
Foto 13
Foto 14
Foto 15
Foto 16


« Zurück
loading...